Von IFS zu IIFS – Dr. med. Uta Sonneborn

In meiner Tätigkeit als niedergelassene Ärztin und Psychotherapeutin verfolge ich seit jeher den ganzheitlichen humanistisch psychosomatischen Ansatz. Begeistert von Menschen und stets neugierig auf unterschiedliche Denkweisen und Systeme  habe ich mich parallel zur Medizin in Sprachen, Naturheilkunde und 35 Jahre hindurch in psychotherapeutischen Verfahren und Praktiken weitergebildet. Hieraus resultiert die inhaltliche Weiterentwicklung von der IFS zur Integrativen IFS-IIFS durch das Heidelberger IIFS- Institut

Einige Grundeinstellungen

  • Die humanistisch psychotherapeutische Haltung scheint mir natürlich und heilsam.
  • Den Körper in der Psychotherapie nicht miteinzubeziehen wäre mir genauso fremd wie in der Medizin die Seele und den Geist draußen zu lassen.
  • Die Denkweise ist ganzheitlich und systemisch. Es besteht die Annahme der Sinnhaftigkeit von Symptomen und von Zusammenhängen mit der erlebten Geschichte.
  • Es wird von einer Körper-Seele-Geist-Einheit ausgegangen sowie von einer organismischen Selbstregulation.
  • Die empathische, respektvolle, wertschätzende, nicht wertende Haltung den Patient*innen und Klient*innen gilt genauso auch für die Behandler*innen sich selbst gegenüber.
  • Geschieht die Arbeit aus dem Selbst heraus in Verbundenheit mit den Persönlichkeitsanteilen kann sie lebenslang Freude bereiten. Sie kann gleichsam leicht wie tiefgründig sein, sich entwickeln und ist unangestrengt.
  • Die Beziehungsebenen gestalten sich sowohl intrapsychisch wie interpersonell.
  •  Es besteht zwischen Arzt*in/Therapeut*in und Patient*in/Klient*in eine professionelle Beziehung, die gleichermaßen abstinent wie professionell ist, von Menschenliebe geprägt und stets die eigenen und die Grenzen des Gegenübers akzeptiert und respektiert. Sie ist frei von jeglicher persönlicher Vorteilsnahme, emotionaler, körperlicher oder gar sexueller Grenzverletzung.

IIFS Institut Heidelberg

  • Nach der Ausbildung in der IFS-Methode bei Richard Schwartz u.a. habe
  • ich das IIFS -Integrative Innere Familen System- mit viel Begeisterung weiterentwickelt und
  • 2012 das 1. unabhängige IIFS-Institut in Deutschland gegründet.
  • Seither Durchführung von Grundausbildungen und Aufbauseminaren in IIFS in Heidelberg.
  • 2017 wurde das IIFS-Institut-Heidelberg um den Zweig der Professionellen Selbstfürsorge und der Lehre erweitert. Das Institut für Integrative Fortbildung Humanistischer Psychotherapien Innerer Systeme und Professionelle Selbstfürsorge - IIFS beherbergt jetzt sowohl die Integrative IFS-IIFS (IFS unter Einbeziehung von Körpertherapien und  humanistischen Psychotherapiegrundsätzen) als auch die Professionelle Selbstfürsorge.
  • Als Lehrende der Universität Heidelberg und in psychotherapeutischen Instituten macht es mir neben der Vermittlung von emotionaler, Beziehungs- und psychosozialer Sachkompetenz viel Freude, bei den Studierenden der Medizin sowie den Kolleginnen und Kollegen Inspirationen für eine humanistische Medizinersozialisation zu streuen, damit Lebendigkeit, Freude und Begeisterung am Beruf bestehen bleiben können und die Persönlichkeit von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen sich nicht in der Rolle erschöpft.
  • Mir ist es bei der Ausbildung wichtig, den Körper, den Leib und die gelebte Haltung sowie meine Erfahrungen aus 25 Jahren Lehre mit einzubeziehen.
  • Meine Aufgabe als Lehrende sehe ich auch darin, in der Ausbildung auf Übereinstimmung von Inhalt und Haltung zu sorgen und selbst zu leben was ich lehre.
  • Seminare für Professionelle Selbstfürsorge in Balint-, Supervisions-und Selbsterfahrungs- sowie in Achtsamkeitsgruppen und Seminare für emotionale und psychosoziale Kompetenz bieten hier den Raum ebenso wie Einzelselbsterfahrungen- und Supervisionen.

 Die IFS-Methode und Haltung

Die Systemische Therapie mit der Inneren Familie (IFS) wurde in den 80er Jahren von Richard Schwartz PhD in den USA entwickelt, indem er die systemische Sichtweise auf die Innenwelt übertrug und die innere Multiplizität der Psyche als etwas Natürliches statt als Störung betrachtete. Die IFS ist zugleich Haltung und Methode. Sie ist ein Weg, mit sich Selbst, mit Einzelnen, Paaren und Gruppen so zu arbeiten, dass jeder lernt, sein „Selbst“, den inneren Kern eines jeden Menschen mit wertvollen, nicht bewertenden Führungseigenschaften aufzufinden, auszudifferenzieren und mit dem Selbst in Führung seine eigenen Persönlichkeits-An-Teile und die anderer Menschen empathisch zu verstehen, zu bezeugen, zu entlasten und ein neues inneres Gleichgewicht zu ermöglichen. Menschliche Probleme werden auf selbstbefähigende Weise verstanden und behandelt. IFS stellt einen humanistischen und ökologischen Ansatz für tiefe Heilung dar und findet in einer breiten Palette von Selbsterfahrung bis zur Therapie von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen wie auch in Konfliktlösungsprozessen und im Alltag seine Anwendung. Die IFS setzt sich zusammen aus einem Mosaik von lange bestehenden Psychotherapien, die mit inneren Instanzen arbeiten wie der Transaktionsanalyse, der Gestaltpsychotherapie, der Arbeit mit Inneren Objekten und der Systemischen Familientherapie. Die Haltung der IFS entspricht der achtsamkeitsbasierten Grundhaltung wie sie z.B. auch im Buddhismus gelehrt wird. Das Selbst ist von den Persönlichkeitsanteilen zu unterscheiden. Dieses Selbst kann dann die innere Führung übernehmen, wenn die Persönlichkeitsanteile es zulassen. Alle Teile sind willkommen. Die Persönlichkeitsanteile interagieren im inneren System ähnlich wie auch äußere Systeme kommunizieren. Das Selbst und die Teile der Innenwelt können in Kontakt und in Beziehung treten. Die Teile genesen an der Verbundenheit zum und der Erfahrung mit dem Selbst. Das Selbst eines jeden Menschen ist mit einem größeren Selbst verbunden. Für die Entwicklung dieses Konzeptes gebührt R. Schwartz größte Wertschätzung. Die Verbindung zur Hakomi - Körperpsycho-therapie hat die IFS - und Hakomitherapeutin Susan McConnelleine frühe Wegbegleiterin von R.Schwartz, in die IFS eingeführt. Auch ihr hier größten Dank.

Die Humanistisch-Psychotherapeutische Haltung

  • Humanistische Psychotherapien beinhalten Ideen von Empathie, Authentizität und Stimmigkeit, von der inneren Weisheit der Klient*in, von Achtsamkeit und geschulter Selbst-und Fremd-Wahrnehmung, von organismischer Selbstregulation des Individuums, von intrapersonellen Interaktionen, von Interaktionen zwischen den Ich-Zuständen, von der Sinnhaftigkeit der Symptome im inneren und äußeren System.
  • Die Haltung der Therapeut*in in humanistischen Psychotherapien ist offen, neugierig, interessiert, achtsam, authentisch, empathisch, zuversichtlich, Vertrauen vermittelnd, verbunden, stimmig, gelassen und ruhig, nicht wertend und unparteiisch.
  • In dieser nicht angestrengten Athmosphäre kann die Klient*in sich selbst wahrnehmen, reflektieren, finden und entwickeln.                                 
  • Die Therapeut*in arbeitet auf Augenhöhe mit der Klient*in.
  • Sie sollte nicht besserwisserisch sein.
  • Sie folgt der Klient*in und eilt ihr nicht voraus. 
  •  Sie wendet diese Haltung auch für sich selbst an. Ihr Resonanzboden ist ihr vertraut. Sie ist selbsterfahren, kennt sich gut und differenziert Übertragungs- und Gegenübertragungsgefühle. Sie kann ihren Resonanzboden als Diagnostikum und Therapeutikum nutzen.
  • Sie arbeitet aus sich Selbst heraus und/oder aus entlasteten Therapeutenteilen. Sie kann den intrapsychischen und interpersonellen Dialog aus sich Selbst heraus führen.
  • Sie ist in der Lage, ein dialogisches Gespräch zu führen

Ganzheitlicher psychosomatischer Ansatz

  • Selbstverständlich gehören Körper, Psyche, Seele, Geist und Bewusstsein zusammen.
  • Es wird von einer Körper-Seele-Geist-Einheit sowie von einer organismischen Selbstregulation ausgegangen. 
  • Die Denkweise ist ganzheitlich und systemisch. Es besteht die Annahme der Sinnhaftigkeit von Symptomen und von Zusammenhängen mit der erlebten Geschichte. 
  • Das Selbst ist körperlich, emotional, im Denken und Verhalten erfahrbar.
  • Alle Gefühle, Stresssituationen, lebensgeschichtlichen Ereignisse, Polarisierungen, Konflikte, Traumatisierungen, unbewussten Bewegungsentwürfe und Blockierungen drücken sich körperlich und auch in Teilen aus.                                
  • Die Persönlichkeitsanteile sind verkörpert; der Körper verfügt über ein leibliches Gedächtnis. Erlebte Atmosphären, Emotionen, Szenarien, Ereignisse, die Bewegungsabläufe und Reaktionen von nahen Menschen werden körperlich gespeichert, ja manche Generationen hindurch weiter getragen.
  • Der Körper reagiert schneller auf all dies, als es dem Menschen zu Bewusstsein kommen kann (Damasio).  
  • Der Körper seinerseits beeinflusst die Emotionen, die Emotionen den Körper, die Einstellung die Wahrnehmung sowie die Wahrnehmung die Einstellung, beide die Emotionen und den Körper. 
  • Hier verbindet die IIFS bewährte Theorien und Methoden aus der Tiefenpsychologie, der Achtsamkeitspraxis, der Schulung der Wahrnehmung, der integrativen Gestaltkörperpsychotherapie, der Hakomi-Therapie, der Bioenergetik sowie in der Neurobiologie.                                         
  • In der IIFS-Ausbildung werden dieses Wissen und diese Erfahrungen miteinbezogen. Darin besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen IFS und IIFS. Es sieht sich die IIFS als lebendige Methode, die sich inhaltlich kreativ weiter entwickelt.